14 Fragen an das Montessori Haus der Kinder

Fragen an das Montessori – Haus der Kinder Lüneburg



1. Was ist die Montessori-Pädagogik?

Die Montessori-Pädagogik ist ein von Maria Montessori ab 1907 entwickeltes pädagogisches Bildungskonzept, welches den Entwicklungsraum vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen umfasst. Sie  beruht auf dem Bild des Kindes als „Baumeister seiner Selbst“ und verwendet deshalb die Form der Freiarbeit. Es gibt keinen vorgefertigten Plan. Die Beobachtung des Kindes durch die Pädagogen führt dazu, jedem Kind zum richtigen Zeitpunkt die für den jeweiligen Entwicklungsschritt geeigneten Materialien und Aktivitäten anzubieten, um den Entwicklungsprozess optimal zu unterstützen. Als Grundgedanke der Montessori-Pädagogik gilt: „Hilf mir, es selbst zu tun. Hilf mir, es selbst zu denken. Hilf mir, ich selbst zu sein.“


2. An wen richtet sich die Montessori-Pädagogik?

Die Montessori-Pädagogik richtet sich an alle Kinder und an Eltern, denen es wichtig ist, dass ihr Kind im Lernprozess in seinem eigenen Lerntempo individuell gefördert und gefordert wird. Sie ist für Eltern, denen daran gelegen ist, dass ihr Kind von aufmerksamen und engagierten Pädagoginnen und Pädagogen begleitet wird.

Kinder arbeiten mit den farbigen Zylindern im Montessori Kinderhaus Lüneburg

3. Was ist das „Haus der Kinder“?

Maria Montessori prägte den Begriff des „Casa dei Bambini“, also „Haus der Kinder“. Bei uns umfasst es alle Bereiche für 1-6jährige Kinder und unterteilt sich in zwei Bereiche: Im „Kinderhaus“ bewegen sich die 3-6jährigen Kinder, in der „Kleinkindgemeinschaft“ finden sich Kinder von 1-3 Jahren ein.

4. Worin unterscheidet es sich von anderen Kindertagesstätten?

Wie alle anderen Kindertagesstätten müssen wir uns an bestimmte gesetzliche Vorgaben und z.B. auch den niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in Kindertagesstätten halten. Die bei uns arbeitenden PädagogInnen haben meist eine abgeschlossene Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/ zum staatlich anerkannten Erzieher. Der grundlegende Unterschied besteht im pädagogischen Konzept der Montessori-Pädagogik und der damit zusammenhängenden vorbereiteten Umgebung (siehe unten). Außerdem sind unsere Kindergruppen kleiner und der Betreuungsschlüssel damit höher. Die besondere Haltung der PädagogInnen bietet den Kindern die Möglichkeit, am Vorbild und in der Auseinandersetzung mit ihnen, soziale Fähigkeiten zu probieren und zu schulen.


5. Müssen Eltern Kenntnisse zur Montessori-Pädagogik mitbringen?

Wir begrüßen es sehr, wenn Eltern sich mit den Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik auseinandersetzen, ihre Kinder vertrauensvoll auf ihrem Weg begleiten und somit ihre Entwicklung unterstützen. Eindrücke und Informationen zu der Arbeit in unserer Einrichtung können Sie bei Tagen der offenen Tür oder Informationsgesprächen sammeln. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bei uns zu hospitieren. Eine Hospitation schließt auch immer ein Nachgespräch mit ein, in dem Sie Ihre Fragen stellen können.

6. Was ist die Vorbereitete Umgebung?

Eine der Hauptaufgaben der Erwachsenen im Haus der Kinder ist es, die Vorbereitete Umgebung zu schaffen. Dabei geht es darum, die Räumlichkeiten so zu gestalten, dass die Kinder sich möglichst selbstständig bewegen und ihren Alltag bewältigen können. Dies bedeutet auch, dass die Möblierung und die Gegenstände, mit denen die Kinder arbeiten, in angepasster Größe vorhanden sind. Die Räume sind so gestaltet, dass die Kinder sich wohlfühlen und ihnen eine Orientierung leicht fällt. Das Material wird in offenen Regalen angeboten und alles hat seinen festen Platz. Das angebotene Material bietet dem Kind die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Entwicklungsbereichen (z.B. Übungen des täglichen Lebens, Ausbildung der Sinne, Sprache, Mathematik) auseinander zu setzen.


Kind arbeitet mit dem Tier-Tablett im Montessori Lüneburg

7. Wie sind die Räume ausgestattet?

In den Räumen des Hauses der Kinder sind alle Materialien vorhanden, die das Kind zur selbstständigen Tätigkeit anregen. Die sogenannte „Vorbereitete Umgebung“ bietet vor allem von Maria Montessori entwickelte Arbeitsmaterialien. Sie ermöglichen es den Kindern, abstrakte Lerngegenstände wortwörtlich zu „be-greifen“. Ein weiterer Schwerpunkt der Vorbereiteten Umgebung sind die Übungen des täglichen Lebens, mit deren Hilfe die Kinder alltägliche Tätigkeiten üben und schließlich selbst ausführen können.



8. Wie sieht der Tagesablauf in der Kleinkindgemeinschaft aus?

Es gibt ab 7.00 Uhr einen Frühdienst, die meisten Kinder kommen zwischen 8.00 und 8.30 Uhr in ihrer Gruppe an. Sie widmen sich dem Frühstück oder begeben sich direkt in die Freiarbeit. Später werden ihnen verschiedene Aktivitäten angeboten, es gibt die Möglichkeit, in den Bewegungsraum oder den Garten zu gehen, einen Ausflug zu machen oder Übungen des täglichen Lebens im Gruppenraum nachzugehen. Ab 11.15 Uhr essen die Kinder in ihrer Gruppe Mittag, anschließend haben sie die Möglichkeit zu schlafen. Ein Teil der Kinder wird bis 14.00 Uhr abgeholt, die zweite Gruppe zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr.


9. Wie sieht der Tagesablauf im Kinderhaus aus?

Das Ankommen findet in der Regel zwischen 8.00 und 8.30 Uhr statt. Außerdem wird ein Frühdienst ab 7.00 Uhr angeboten. Im Kinderhaus startet die Gruppe gemeinsam mit einem Morgenkreis um 8.30 Uhr in den Tag. Anschließend wird gruppenübergreifend das Frühstück, zeitgleich aber auch Freiarbeit oder Aktivitäten in verschiedenen Räumen angeboten. Ab 11.45 Uhr wird in kleineren Gruppen Mittag gegessen. Am Nachmittag wird den Kindern ein weiterer Imbiss angeboten. Bis zum Abholen (spätestens bis 16 Uhr) widmen sich die Kinder wieder der Freiarbeit, halten sich z.B. in unserem Garten auf oder richten gemeinsam mit den Pädagogen ihre Gruppenräume her.

10. Was ist die „Freiarbeit“?

Wenn die Kinder morgens ihren Gruppenraum betreten, beginnen sie sofort mit ihrer Arbeit. Dabei ist ihnen die Wahl der Arbeit, der Arbeitspartner und des Arbeitsplatzes freigestellt. Auch die Zeit, die es mit seiner Aufgabe verbringt, bestimmt das Kind selbst. Kinder können sich intensiv mit einer Sache auseinandersetzen. Sie können sich vertiefen, ohne unterbrochen zu werden. Während der Freiarbeitsphase werden die Kinder eng von den Pädagoginnen und Pädagogen begleitet, die sie genau beobachten, bei Bedarf Hilfestellung geben und sorgfältig dokumentieren. So haben die PädagogInnen stets den Überblick über die bereits bearbeiteten Aufgaben und können zum richtigen Zeitpunkt den Impuls für den nächsten Schritt geben.


Kind spielt mit Schwamm im Montessori Bildungshaus Lüneburg

11. Dürfen die Kinder bei uns auch spielen oder müssen sie immer „arbeiten“?

Maria Montessori bezeichnete das Spiel als die Arbeit des Kindes. Mit der Wahl des Begriffes „Arbeit“ wird auch Wertschätzung gegenüber der Tätigkeit des Kindes ausgedrückt. Und wer einmal beobachtet hat, wie ein Kind in seine Tätigkeit versinkt, wie es sich mit Ernsthaftigkeit, Selbstverständlichkeit und Freude dieser einen Beschäftigung widmet, der kann nachvollziehen, wie es zu der Bezeichnung „Arbeit des Kindes“ gekommen ist.


12. Was kostet die Betreuung im Haus der Kinder?

Der Elternbeitrag für die Kleinkindgemeinschaft orientiert sich an den Vorgaben der Hansestadt Lüneburg. Der Besuch des Kinderhauses ist wie in anderen Kindergärten beitragsfrei.
Für die Eltern kommt der Mitgliedsbeitrag des Trägervereins hinzu.


13. Dürfen die Kinder im Haus der Kinder machen, was sie wollen?

Maria Montessori prägte das Recht des Kindes, sich frei zu entwickeln, und damit auch die notwendige Haltung der Erwachsenen, sich in die Handlungen des Kindes so wenig wie möglich einzumischen, um das Kind in seiner Entwicklung nicht zu hemmen oder gar zu unterdrücken.

Das bedeutet aber nicht, dass die Kinder hier machen dürfen, was sie wollen. Die bestehenden Regeln geben einen Rahmen vor, in dem sich das einzelne Kind möglichst frei bewegen kann. Sie dienen auch dazu, das Kind davor zu schützen sich selbst oder andere zu verletzen und sie greifen dort, wo das Kind Dinge zerstört. Die Freiheit des einzelnen Kindes wird also begrenzt durch die Bedürfnisse der anderen und der Gruppe, in der es sich bewegt.

14. Wie gestaltet sich die Mitarbeit der Eltern im Haus der Kinder?

Die Eltern sind nicht nur Mitglieder im Verein Montessori-Lüneburg e.V. und bilden damit den Träger der Einrichtung, sie unterstützen unsere Arbeit auch auf andere Weise. Sie haben die Möglichkeit, an der Instandhaltung der Gruppenräume mitzuwirken und damit einen Beitrag zur vorbereiteten Umgebung zu gestalten. Auch eine Mitarbeit in der Gartengestaltung ist möglich. Desweiteren gibt es auch bei uns einen Elternbeirat aus gewählten Elternvertretern und außerdem verschiedene Arbeitsgruppen, in denen sich Eltern einbringen können.


Bei allen weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns.
Wir freuen uns auf Sie und auf ihre Kinder!

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