Es ist 7 Uhr morgens – Frühdienst. Lichterketten werden eingeschaltet, Stuhle hinuntergestellt, die Tür aufgeschlossen und die weitere Umgebung vorbereitet. Das erste Kind kommt an. Gemeinsam bereiten wir das Frühstück vor und arrangieren alles auf den Tischen. Die Handtücher werden aufgefüllt.

Ab 8 Uhr werden die meisten Kinder gebracht und von den Pädagog*innen freundlich und einfühlsam begrüßt. Freudig läuft ein Mädchen hinein. Sie dreht sich um und winkt. Ihr Papa bleibt vor der Garderobentür stehen – denn morgens nehmen wir die Kinder bereits hier in Empfang. Die Familie hatte einen wunderbaren Start in den Tag erzählt er uns kurz und winkt anschließend seinem Kind liebevoll zu. Sie beginnt ihre Schuhe auszuziehen und verstaut sie in ihrer Schuhablage. Ein weiteres Kind kommt an. Der Junge ist bei seiner Mama auf dem Arm und weint. Sie berichtet, dass er nicht gut geschlafen habe und gerade besonders viel Nähe brauche. Außerdem teilt sie mit, wann sie ihren Sohn heute abholt und diese Information wird auf der Abholliste vermerkt. Sie gibt ihm einen Kuss und die Pädagogin nimmt das Kind auf dem Arm. Sie hilft ihm beim Ausziehen der Schuhe und bietet ihm an, gemeinsam ein Buch zu betrachten. Der Junge nickt und hält sich an der Pädagogin fest. Nachdem er mit ihr gemeinsam ein Buch betrachtet hat, löst er sich und geht zum Frühstückstisch. Auch er ist nun gut angekommen.

Mittlerweile ist es 8:30 Uhr. Inzwischen sind alle Kinder da und wurden in die Räume begleitet. Einige sitzen am Frühstückstisch und essen etwas. Ein anderes Kind hat sich auf die Matratze gesetzt und betrachtet ein Buch. Eine kleine Gruppe puzzelt und an dem Tisch nebenan wird der Umgang mit dem Klebekasten erprobt. Den Kindern stehen verschiedene Materialien zur Verfügung, die zur Selbsttätigkeit einladen und das Kind in seiner Entwicklungsarbeit unterstützen. Auch die Bewegungsmaterialen werden genutzt und barfuß über die Hengstenberg-Materialien geklettert. 9:30 Uhr – Die ersten gehen in die Garderobe und ziehen ihre Hausschuhe aus. Kleidung und Schuhe werden aus dem Garderobenschrank herausgeholt. Ein Kind hilft einem Jüngeren die Schuhe zu schließen, während sich ein weiteres vor dem Spiegel die Mütze auf den Kopf setzt. Mit Hilfe des Jackentricks schlüpft ein Junge in seine Jacke hinein. Die Pädagog*innen unterstützen die Kinder und zeigen ihnen Möglichkeiten, sich selbstständig anzuziehen.

Im Garten werden die Pflanzen im Hochbeet versorgt. Ein Mädchen hat einen Marienkäfer auf der Ringelblume entdeckt. Eine kleine Traube an Kindern bildet sich. Schließlich zerstreut sie sich wieder. Es wird geschaukelt, mit Fahrzeugen gefahren, auf einer Decke Bücher betrachtet und mit verschiedenen Materialien gearbeitet. Ein Kind sitzt in der Sandkiste und buddelt mit einer Schaufel. Andere haben sich dem Singkreis angeschlossen und lauschen der Ukulele. Es ist 10:30 Uhr. Die erste Gruppe beginnt hineinzugehen. In der Garderobe ziehen sich die Kinder ihre Draußenbekleidung aus und die Hausschuhe wieder an. Die ersten sind fertig und gehen in den Waschraum. Ein Mädchen schiebt sich die Ärmel hoch und betätigt dem Wasserhahn. Ein weiteres reckt der Pädagogin den Arm entgegen und diese schiebt sanft den Ärmel des Kindes hoch. Nach und nach waschen alle Kinder ihre Hände.

Die bereits fertigen Kinder gehen in die Gruppe und decken sich dort den Tisch. Heute gibt es Kartoffelsuppe. Also brauchen wir eine Schale, einen Löffel und ein Glas. Alles findet seinen Platz auf dem Tisch. Ein Kind nimmt kleine Wasserkannen heraus und befüllt und verteilt diese auf dem Tischen. Wenn alle Platz genommen haben darf ein Kind den Tischspruch auswählen. Der Junge entscheidet sich für die Fische. „Viele kleine Fische, …“  Unsere Küchenkraft, die lächelnd hineinkommt, wird von den Kindern ebenso freudig empfangen und schiebt den Teewagen in die Gruppe. Alles wird auf die Tische gestellt und die Kinder dürfen sich auffüllen. Das erste Kind beginnt sein Geschirr abzuräumen. Es stellt das Glas auf den Teewagen, füllt die Speisereste in die Resteschale und stellt die Schale ebenfalls ab. Es holt noch den Löffel, lässt ihn in den Besteckkorb gleiten und geht zum Händewaschen. Anschließend fragt die Pädagog*in fragt: „Darf ich dich wickeln?“. Das Kind nickt. Es geht zu seiner Wickelschubblade, holt eine Windel heraus und legt diese auf den Wickeltisch. Nun steigt es eigenständig die Treppe herauf. Wickelzeit (und zusätzlich immer nach Bedarf). Zeitgleich werden die Schlafkinder beim Ausziehen begleitet. Ein Junge sitzt mit seinem Schlafkorb auf dem Teppich. Er greift nach der Spitze seiner Socke und zieht. Geschafft. Er legt sie in den Korb. Nach und nach verstaut er all seine Kleidungsstücke bis auf Unterhose und Unterhemd dort und stellt den Korb zurück in das Regal. Währenddessen wischt ein Kind mit dem Wischer freudestrahlend den Boden. Es ist nun 11:45 Uhr. Die Kinder werden je nach Bedarf individuell in den Schlaf begleitet, während die Wachkinder im Gruppenraum arbeiten, Bücher betrachten oder verschiedenen Aktivitäten im Garten nachgehen. Einige Kinder werden zwischen 12:45 Uhr und 13 Uhr abgeholt.

Durch das Öffnen der Gardinen werden die schlafenden Kinder gegen 13:30 Uhr sanft vom Tageslicht geweckt. Einige kuscheln sich noch für einen Moment ein, während andere bereits in den Gruppenraum gehen und sich ihren Schlafkorb nehmen. Das Windspiel im Eingangsbereich läutet – erneute Abholzeit. Von 13:45 Uhr bis 14 Uhr werden weitere Kinder von abgeholt. Bevor wir das Kind übergeben, findet ein kurzes Gespräch in der Garderobe statt, in dem die pädagogische Fachkraft vom Tag des Kindes berichtet. Ab 14 Uhr beginnt der Nachmittagsdienst. Ach hier haben die Kinder die freie Wahl der Arbeit, bereiten gemeinsam eine Obst- und Gemüsepause vor, welche im Anschluss gemeinsam verspeist wird und arbeiten vertieft mit den Materialien. Ab 15 Uhr werden weitere Kinder abgeholt. Eine Pädagogin bietet einem Kind den stereognostischen Beutel dar, während ein anderes scheinbar interessiert zuschaut. Währenddessen hat sich ein Kind für das Malen mit Farbe und einem Pinsel entschieden und wird kreativ. Um 15:55 Uhr wird auch das letzte Kind an seinen Papa übergeben und die Kleinkindgemeinschaft schließt für heute ihre Türen.

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